|
WF: Hallo Kevin, danke
für das Interview. Wie geht es dir?
KR: Danke und Gott schütze alle MMA Fans
aus Deutschland.
WF:
Im Januar 2007 musstest du wegen einer schweren Beschädigung
deiner Nieren ins Krankenhaus. Wie kam es zu dieser Krankheit? Wie
würdest du deine gesundheitliche Verfassung jetzt beschreiben?
KR: Eigentlich waren meine Nieren nicht beschädigt, mein CPK
Level war unglaublich hoch (normalerweise etwas 150, meiner lag
bei 68 000 !). In den letzten eineinhalb Jahren hatte ich neun Operationen
und war unter intensive medizinischer Behandlung. Nach meinem Kampf
gegen Shogun musste ich mich erneut einer Operation unterziehen,
wegen einer wieder auftretenden Infektion in meiner Schulter. Mein
Doktor verschrieb mir ein starkes Antibiotikum und einer der Nebeneffekte
war der überdurchschnittliche Wert des CPK Levels. Nach der
Antibiotika- Behandlung sagte mir mein Doktor, ich könnte langsam
mit dem Training anfangen. Nach einigen Wochen fühlte ich mich
sehr gut und war zurück im Gym, aber ich glaube ich tat dort
zuviel, was zu einem Zusammenbruch meiner Muskelenzyme führte.
Weil mein CPK Level erhört war, als ich schwere Gewichte hob,
wurde der Zusammenbruch verursacht.
So verbissen
wie ich bin, wollte ich unbedingt mit dem Training weitermachen.
Nachdem ich so viele Monate krank war und nicht kämpfen konnte,
wollte ich nur gesund werden und zurück in den Ring. Meine
derzeitige Verfassung ist bei etwas 90 Prozent. Mein CPK Level ist
wieder auf etwa 500 gesunken und nun trainiere ich täglich
leicht. Mein Doktor meint, ich werde im nächsten Monat wieder
bei 100% sein.
WF:
Was machst du, wenn du nicht kämpfst oder für einen Kampf
trainierst?
KR: Wenn ich nicht kämpfe, genieße ich meine Familie
und meine Freunde. Ich bin mit zwei wundervollen Kindern gesegnet,
einer unglaublichen Frau und großartigen Freunden. Wenn ich
trainiere, hält mich das von ihnen ab, daher gehe ich sicher,
meine Zeit mit ihnen zu verbringen, wenn ich es nicht tue. Ich spiele
viel Schach, Brettspiele und genieße X Box 360 Online zu spielen,
unter Monster1970.
WF:
Was war bis jetzt die größte Herausforderung in deiner
Karriere?
KR: Bis jetzt war, ist, die größte Herausforderung, versuchen
nach den letzten (17) Monaten voll Operationen und Rückschlägen
zurückzukommen. Meine wahre Leidenschaft im Leben ist das Kämpfen.
Wenn etwas aus deinem Leben genommen wird, das du so sehr liebst,
hilft es dir, zu erkennen, wie wichtig es für dich ist. Ich
liebe meinen Job und es ist ein Privileg sich mit dem Kämpfen
den Lebensunterhalt verdienen zu können. Ich habe gehört,
dass einige Leute meinen, ich solle wegen meiner vielen Verletzungen
meine Karriere beenden. Die sind alle verrückt. Die Erfahrung
die ich gemacht habe, hat mich hungriger gemacht und ich werde hart
und clever weiterarbeiten bis ich wieder 100% Monster bin.
WF: Wenn du einen Gegner wählen könntest,
wer wäre es?
KR: Es sollte Mr. Shogun Rua sein. Ich habe jetzt eingesehen,
dass ich zu bald zurückgekommen bin. Etwa acht Wochen vor dem
Kampf machte meine Schulter wegen der Infektion erneut Probleme
und ich musste mich wieder operieren lassen. Ich hätte den
Kampf absagen sollen, aber PRIDE hat auf mich bei ihrem Amerikadebüt
gezählt und einige Fans haben mir geschrieben, dass sie wegen
mir Tickets gekauft hätten. Ich wollte niemanden im Stich lassen
und daher habe ich diese schlechte Entscheidung getroffen, wenn
ich auf meine Gesundheit achten hätte sollen.
WF:
Du bist für deine "Alles-oder-Nichts" Mentalität
bekannt, beeinflusst das die Ergebnisse deiner Kämpfe im positiven
oder in einem negativen Sinn?
KR: Ob man gewinnt oder verliert, jeder Kampf sollte einen positiven
Effekt haben. Selbstverständlich will man als Athlet gewinnen.
Aber für mich hatten meine Niederlagen immer eine positive
Seite im Bezug auf den nächsten Kampf, denn wenn man herausfindet,
was man falsch gemacht hat und ein kluger Kämpfer ist, wird
man den selben Fehler nicht noch einmal machen. Natürlich ist
eine Niederlage negativ, aber durch meine Fehler bin ich auch als
Kämpfer gewachsen.
WF:
Wer hatte den größten Einfluss auf ein Leben und dich
als Kämpfer?
KR: Der größte Einfluss für mich war es, auf der
Straße aufzuwachsen. Ich habe über die Jahre so viel
durchgemacht und so viel gelernt, sodass ich der Straße anrechnen
muss, dass sie aus mir das Monster machte. Zusammen damit, bin ich
froh darüber, in der Schule am Sport teilgenommen zu haben.
Mit dem Ringen anzufangen, war eines der größten Dinge,
die ich je getan habe. Ringen und Football hat mich als Kind in
Form gehalten und mir meine ersten Erfolge gebracht. Hätte
ich den Sport und meine Erfahrungen von der Straße nicht kombiniert,
hätte sich mein Leben an einem gewissen Punkt zum Schlechten
wenden können.
WF:
Was sind die Stärken und Schwächen im Kampf?
KR: Eine meiner Stärken ist meine Mentalität und ich glaube,
wenn ich 100% Mental und Physisch fit bin, kann ich jeden besiegen.
Wenn du nicht an dich selbst glaubst, hast du dich bereits selbst
besiegt. Ich weis das, weil ich in einigen meiner Kämpfer,
selbst mein größter Feind war.
Meine Schwäche ist definitiv meine Ungeduld. Ich arbeite daran
und lerne. Shogun ist das perfekte Beispiel, ich war unruhig und
als die Ringglocke ertönte, handelte ich komplett gegen meine
Strategie. Es heißt, Geduld sei eine Tugend und daran erinnere
ich mich jeden Tag.
WF:
Kannst du uns etwas über dich erzählen, was die meisten
Menschen nicht wissen?
KR: Etwas was viele Menschen nicht wissen ist, dass ich in einigen
Situationen klaustrophobisch bin. Ich mag keine Aufzüge mit
vielen Menschen darin oder kleine Räume mit zu vielen Personen
darin.
WF:
Die meiste Zeit deiner Karriere hast du für die UFC und für
PRIDE gekämpft. Wo bist du lieber angetreten?
KR: Ich genoss es wegen vieler Gründe in der UFC zu kämpfen.
Der Käfig steht an erster Stelle, weil er viele Möglichkeiten
für mich und meinen Kampfstil eröffnet. Ein weiterer Bonus
ist, dass es in Amerika ist und alle meine Freunde und Familie kommen
konnten, um mich zu sehen. Es war eine großartige Zeit für
mich und ich sehe jeden Tag auf meinen Titelgürtel und es macht
mich hungrig, um weiter zu arbeiten und wieder um den Titel zu kämpfen.
Ich kann aber nicht sagen, dass ich eine mehr als die andere bevorzuge,
wegen der großartigen Erfahrungen die ich bei PRIDE gemacht
habe. Es ist eine großartige Organisation um dafür anzutreten
und ich bin mir sicher, ihr habt gehört was dort los ist; es
wird interessant, wie es dort weiter geht. Käfig oder Ring,
am Ende des Jahres werde ich bereit sein um anzutreten.
WF:
Was sind die größten Unterschiede zwischen der UFC und
PRIDE?
KR: Der größte Unterschied zwischen den Beiden ist, dass
die UFC Ellbogen am Boden erlaubt, während PRIDE Stomps erlaubt.
Es hängt von deinem Kampfstil ab, ob eine davon besser ist,
als die andere. Ich liebe den Käfig und es wäre ein guter
Punkt für mich, wenn ich wieder im Ring stehen kann.
WF:
Wie siehst du die Kämpfer in der UFC im Vergleich zu den Kämpfern
von PRIDE?
KR: Ich finde nicht, dass es einen beträchtlichen Unterschied
zwischen dem Level der Kämpfer gibt, nur einen Unterschied
in den Regeln. Beide Organisationen haben großartige Talente.
Trotz alledem, was gerade los ist, wäre es großartig
eine UFC vs. PRIDE Card zu haben. Die besten der Beiden gegeneinander
stellen.
WF: Wie hast du dich gefühlt, als du UFC Heavyweight Champion
wurdest?
KR: Es war eine großartige Zeit für mich. Der Titel hat
gezeigt, dass ich der beste MMA Kämpfer zu diesem Zeitpunkt
war. Wie ich vorher schon gesagt habe, sehe ich den Gürtel
jeden Tag und es macht mich hungrig wieder an die Spitze zu kommen.
WF: Du hast deinen letzten Kampf gegen Mauricio
Rua verloren, was kannst du uns über den Kampf und über
Rua erzählen?
KR: Ich habe in einigen vorhergehenden Fragen etwas zum Kampf gesagt.
Ich habe viel Respekt für Shogun. Er ist der Mann, den es derzeit
in der Light Heavyweight Division zu schlagen gilt. Es war meine
Entscheidung anzutreten und ich lebe mit der Entscheidung. Ich hoffe,
wenn ich zurückkomme und wieder 100% fit bin, werde ich eine
Chance bekommen, noch einmal gegen ihn zu kämpfen.
WF:
2004 hast du Mirko Filipovic in einem Kampf geschlagen, womit niemand
gerechnet hatte. Wie hast du dich vor dem Kampf gefühlt?
KR: Ich habe den Kampf zwei Wochen vor der Veranstaltung angenommen,
weil sie keinen Gegner für ihn fanden. Jeder sagte mir, dass
ich verrückt sei und ihn nicht schlagen könnt und das
hat mich inspiriert. Ich habe den Kampf gewonnen, weil ich wusste,
dass jeder geschlagen werden kann. Du musst immer an dich selbst
glauben.
WF:
2000 hat du gegen Randy Couture um den UFC Titel gekämpft.
Was kannst du uns über ihn und den Kampf sagen?
KR: Randy ist einer der großartigsten Kämpfer, die je
im MMA angetreten sind. Ich kenne Randy seit unserer Zeit im College
Wrestling. Er ist ein aufrichtiger Mensch und ich bin froh ihn meinen
Freund nennen zu dürfen. Ich hatte keine Zweifel, dass er Sylvia
besiegen wird. Nichts gegen Tim, aber Randy ist ein Krieger. Die
Größe zählt nicht immer, ich stand auch bereits
gegen viel größere Gegner als mich im Ring. Der Kampf
war eine Schlacht und gab den Fans eine Nacht, die in Erinnerung
bleiben wird.
WF:
Du warst Teil der Dokumentation "Rits Of Passage". Wie
hast du dich gefühlt, während die Kamera dich gefilmt
hat? Kannst du uns etwas über as Making-Of sagen. Konntest
du das Endprodukt beeinflussen?
KR: Ich habe mich beim Filmen sehr wohl gefühlt. Es war ein
Wendepunkt für mich, wegen einiger Dinge die darin behandelt
wurden. Diese Dokumentation spricht in meinen Augen für sich.
WF:
Du bist ein Ringer und MMA Kämpfer, was denkst du über
Pro Wrestling?
KR: Ich bin für die japanische Pro Wrestling Promotion Hustle
angetreten. Diese Jungs waren großartig um mit ihnen zu arbeiten
und den Fans gefiel es. Es war eine großartige Erfahrung und
ich würde es wieder tun, wenn PRIDE mich fragt.
WF:
Hast du abschließend eine Nachricht für deine Fans in
Deutschland, Österreich und der Schweiz?
KR: Ich bekommen viele Nachrichten auf meiner Homepage von Fans
aus eurem Land und ich fühle mich über euren Respekt geehrt.
Ich möchte ihnen für all die Unterstützung über
die Jahre danken, in guten und schlechten Zeiten.
Findet einen
Weg um das zu tun, was ihr liebt. Harte Zeiten halten nicht an,
harte Menschen tun es. Wenn die Zeiten rau sind, bleibt positiv
gesinnt und behaltet eure Ziele im Auge.
Gott schütze
euch Alle und seht weiterhin zu. MMA for Life!!!
Seht auf meine
Homepage und sendet mir eine Nachricht:
www.kevinrandleman.com
Peace,
Kevin Randleman
The Monster
© WrestlingFever.de
| 2007
|