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WF: Hallo Ares! Vielen Dank für Deine Zeit, wie geht es dir? Hervorragend.
Ich habe die Wrestling-arme Zeit der letzten paar Wochen genutzt, um
meinen Körper von einigen kleineren Verletzungen zu kurieren, und freue mich
nun darauf, wieder wöchentlich durchzustarten.
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| Markus (DXMEMBER) mit Marco "Are$" Jaggi |
WF: Wie kamst du
denn auf den Namen "Ares"? Der Name Ares wurde mir auf Grund von
Zeitdruck verliehen. Ich war gerade mitten in meinem ersten Wrestling-Seminar
1998 beim WCF in Berlin. Nach nur drei Wochen Training meinten die
Verantwortlichen, dass ich bereits gut genug sei, bei ihrer Open-Air
Veranstaltung am Deutsch-Amerikanischen Volksfest ein Match zu bestreiten.
Die Entscheidung wurde recht kurzfristig getroffen, und ich sollte mir
schnell einen Namen ausdenken. Ich war aufgeregt genug, dass mir nichts
in den Sinn kam, und so gaben sie mir den Namen "Ares Procter" Ares,
weil ich von den Trainierenden der Breiteste war, und wegen der
Militärhose an einen "Kriegsgott" erinnern sollte, und Procter, weil
dies die Herstellerfirma von "Mr. Proper" ist, und dies zu meinem
Haarschnitt passte. Das "Procter" fiel recht schnell wieder weg, aber
das "Ares" blieb irgendwie...
WF: Du gabst dein Debüt 1998, wie
erging es dir, als du erste Mal als Wrestler im Ring zu
standest? Ich war sehr nervös, zumal ich trotz meinem (für einen
öffentlichen Auftritt zu) kurzen Training das Gefühl hatte, das Match
bestimmen zu müssen. Nachträglich betrachtet war es einfach nur
erbärmlich, vom Auftritt übers Wrestling und sowieso. Trotzdem hatte ich eine
Menge Spass, und scheine ja auch gemerkt zu haben, dass man daran noch
vielVerbessern kann! Es war aber auf jeden Fall eine gute Erfahrung.
WF: Du bist schon lange im Wrestling-Business dabei und
hast sicherlich auch schon Verletzungen erlitten, welche war bisher
deine schlimmste Verletzung? Kleinere Verletzungen gehören
beim Wrestling dazu. Ich hatte bisher das Glück, von wirklich schlimmen
Verletzungen, die mich auch zu einer Pause gezwungen hätten, verschont
zu bleiben. Das Schlimmste, was mir bisher passiert ist, war ein Riss im
Trommelfell und eine Quetschung der Rippen.
WF: Du bist
Europaweit bekannt, trittst u.a. in Deutschland, Holland oder in
England an, bist auch schon in Übersee angetreten. Gibt es für
dich wrestlerisch einen Unterschied zwischen Amerikanischem und Europäischem Wrestling? Nein, nicht wirklich. Wenn
überhaupt, dann ist es vielleicht die "Geschwindigkeit" der Matches. In den
USA hat Wrestling einen höheren Stellenwert, als Hierzulande. Es ist
wohl auch etwas schwieriger, das Publikum vom Hocker zu reissen, da es
einfach eine viel grössere Palette an Wrestling-Shows gibt. Daher ist es
für mich auch immer etwas besonderes, gegen US-Wrestler zu kämpfen, da sie
meist einfach die grössere Erfahrung mitbringen, und ich so immer auch
etwas dazu lernen kann!
WF: Wie wird man als Europäer denn in
den USA behandelt? Gibt es da zwischen den Wrestlern Unterschiede? Nicht dass mir etwas aufgefallen wäre. Ich wurde
grundsätzlich immer sehr freundlich behandelt. Was mir auffiel war, dass
durch die breitere Akzeptanz des Wrestlings auch das Verhalten der
Promoter zu den Wrestlern respektvoller war. Ein Wrestler zu sein wird in
den USA nicht so belächelt, wie hier. Und sonst ist es einfach wie bei
jeder anderen Arbeit auch: Es gibt Leute, die man mag, und Leute, die einem egal sind. Das ist im Wrestling nicht anders, sei es nur auf
Europa bezogen, oder auch im Vergleich zu den USA.
WF: Wie
kamst du denn überhaupt zum Wrestling? Ich bin erst spät zum Wrestling
gekommen, habe erst mit 14 oder 15 meine erste Sendung im Fernsehen
gesehen. Davor hatte ich kein Interesse an Wrestling, einfach weil sich
sonst niemand in meinem Umfeld dafür interessiert hatte. Selbst als in
anfing, es im Fernsehen zu verfolgen, wurde ich damit nur gehänselt, da
alle meinten, dass sei sowieso nur schlechte Show usw. Die üblichen
Vorurteile halt. Da ich schon immer einigermassen sportlich war, kam mit
der Zeit auch der Gedanke, es einmal selber zu versuchen. In der Power
Wrestling gab es 1998 dann einen Bericht über einige Wrestling-Schulen
in Deutschland. Ich hatte keine Lust, nur für ein Wochenende die weite
Reise auf mich zu nehmen, also entschied ich mich für ein Angebot des
WCF-Berlin, wo man ein 4-Wochen-Seminar zu einem fairen Preis bestreiten
konnte. Ich war sofort begeistert und reiste auch in den folgenden
Jahren je einmal nach Berlin, um weiter zu trainieren. Zu mehr hatte ich
einfach wegen der Schule keine Zeit. Als es dann 2001 auch in der
Schweiz Training gab, konnte ich mich fortan endlich regelmässig mit
Wrestling befassen!
WF: Backyard-Wrestling ist bei den Jungen sehr
beliebt. Was hälst du davon? Ich halte davon gar nichts. Ich
verstehe es nicht, weil ich selbst nie das Bedürfnis hatte, die Sachen
die ich im Fernsehen gesehen habe auszuprobieren. Selbst als ich noch gar
nicht in die Szene involviert war, hatte ich scheinbar schon genug
Respekt vor dem Wrestling, es nicht einfach selber zu versuchen, sondern
hab realisiert, dass es dazu Training von erfahrenen Leuten benötigt.
Backyard Wrestling ist einfach viel zu gefährlich, bringt niemanden
weiter und lässt das richtige Wrestling in einem schlechten Licht
dastehen, weil es NIE positive Meldungen vom Backyard Wrestling geben
wird.
WF: Welcher Titelgewinn war für dich der wichtigste oder etwas
ganz besonderes? Jeder Titelgewinn ist etwas besonderes, weil es
immer wieder heisst, dass man zu den Besten einer bestimmten Division
einer Liga gehört. Der Gewinn des wXw World Heavyweight Gürtels war aber
schon etwas sehr besonderes, da ich die wXw als meine Heimatliga ansehe.
Die wXw ist eine sehr spezielle Liga mit einer einzigartigen Atmosphäre,
einer treuen Fangemeinde und einem unglaublich talentierten Roster. Da
an der Spitze zu stehen ist nicht nur eine Ehre, sondern auch eine ganz
besondere Herausforderung.
WF: Bei der GWP-Show in Roth hast
du dich als "Heel" ausgegeben. Welche Rolle magst du mehr, die
"Heel" -oder die "Face"? Ich "gebe mich nicht als Heel aus". Ares tut
einfach alles, um ein Match zu gewinnen. Alles was nicht eine
Disqualifikation nach sich zieht, scheint ja legal zu sein. Wenn einige
Fans nicht die selben Ansichten wie Ares haben, kann ich damit leben.
Ares braucht nicht die Unterstützung von den Fans, der Sieg ist das einzige
was zählt.
WF: Bei der ersten GWP-Show hattest du ein Match gegen
Monty Brown. Wie gefiel das Match? Ich habe es
leider noch nicht auf DVD gesehen, aber ich kann nicht damit zufrieden
sein. Schliesslich hatte ich verloren. Klar, ich war ihm körperlich
unterlegen, hatte aber fest mit einem Sieg gerechnet. Ich hatte ihn
eventuell zu wenig studiert und das Match etwas auf die leichte Schulter
genommen. Das wird mir bestimmt nicht noch einmal passieren, und ich
habe aus den Fehlern gelernt.
WF: Die WWE ist wohl die
erfolgreichste und bekannteste Wrestlingpromotion. Doch auch die TNA
wird immer grösser. Könntest du dir vorstellen, in einer der dieser
Ligen zu arbeiten? Die WWE ist von den "westlichen" Ligen bestimmt die
erfolgreichste. Leider vergessen viele Leute, dass auch Japan einige
sehr erfolgreiche Federations zu bieten hat. Aber selbstverständlich
kann ich mir vorstellen, in so einer Liga zu arbeiten. Wrestling ist das Wichtigste in meinem Leben, und wenn ich nun voll und ganz davon leben
könnte, dann wäre das ein Traum, der in Erfüllung gehen würde. Es ist
aber kurzfristig gesehen sicherlich relativ unrealistisch und auch nicht
das Ziel mit der höchsten Priorität bei mir.
WF: Mit welchem
Superstar würdest du am liebsten ein Wrestlingmatch bestreiten und
warum? Ich glaube da muss ich den Nature Boy Ric Flair nennen. Ich war
schon immer ein Fan seiner Arbeit im Ring, und mich würde es vor allem reizen, ein bisschen von seiner riesigen Erfahrung zu profitieren und
von ihm zu lernen. Ich finde, dass er trotz seines recht hohen Alters
immer noch in der Lage ist, faszinierende Kämpfe abzuliefern, und würde
gerne einmal gegen eine lebende Legende wie ihn im Ring
stehen.
WF: Von den Medien und den Unwissenden wird Wrestling
schnell als nur "Show" abgestempelt. Doch wenn man sich damit ein
wenig befässt wird einem klar das hinter der "Show" eine Menge
Arbeit steckt. Wie oft trainierst du in der Woche um noch besser zu
werden? Jeder der meint, Wrestling sei "nur Show", soll nur ein einziges
Mal an einem professionellem Training teilnehmen. Wenn er nach den
ersten Berührungen mit dem Wrestling immer noch der Meinung ist, es sei
Show, dann wäre er der erste!! Wrestling IST harte Arbeit, und weit weniger Show, als die meisten sich versuchen einzureden. Ich trainiere
2-3 Mal die Woche meine Kraft und Fitness, und im Normalfall 1-2 Mal die
Woche das Wrestling allgemein. Ausserdem versuche ich, monatlich selber
Trainings anzubieten, wobei ich auch immer wieder eine Menge
lerne.
WF: Abschliessend bitten wir dich zu den folgenden Stichworten eine
kleine Antwort zu geben:
SigMasta Rappo? Für lange
Zeit der bekannteste Schweizer Wrestler. Ich habe schon einiges mit ihm
zusammen durchgemacht, sei es Matches im Ring, oder Road-Trips. Wir
hatten eigentlich immer viel Spass.
Vince McMahon? Kenne ich
nicht persönlich, hat aber das Wrestling-Business
revolutioniert.
Teddy Hart? Ihn habe ich erst einmal
getroffen. Ich muss zugeben, dass ich generell kein Fan seiner Arbeit im
Ring bin...
IWA-Switzerland? Eine der beiden aktiven
Wrestling-Ligen der Schweiz. Hat sich zum Ziel gesetzt, den
Bekanntheitsgrad des Wrestlings in der Schweiz zu erhöhen. Ich denke
dass sie nach dem Kürzertreten von "Sal Gardner" ein wichtiges Zugpferd
verloren hat, hoffe aber dennoch, dass sie sich auch weiterhin behaupten
kann.
Wrestlingfanpages? Damit kenne ich mich ehrlich gesagt
sehr wenig aus. Es ist leider oft der Fall, dass sich einige
Internet-Fans gerne aufspielen, als Alles-Wisser ausgeben, oder Dinge
beurteilen, die sie entweder nicht gesehen haben, oder gar nichts davon
wissen. Zum Glück sind das die Ausnahmen, und für viele Wrestling-Ligen
sind Internetfans ein wichtiger Bestandteil.
ECW? Ich
war nie ein Fan der ECW und habe mich daher auch nie gross mit ihr
befasst. Ich mochte einige Wrestler des Rosters, das war's aber auch
schon. In meinen Augen hatten viele ECW-Shows eine schlechte Struktur,
und das häufig gezeigte Wrestling in der ECW entsprach nicht meinem
Geschmack, was Wrestling sein sollte.
IWA-MS? Eine
Independent-Liga in den USA, die oftmals viel weniger Aufmerksamkeit erhält,
als sie verdienen würde. Der Owner Ian Rotten hatte mir 2003 ohne mich
zu überhaupt zu kennen eine Chance für einige Auftritte gegeben, und
dafür bin ich ihm sehr dankbar. Ich glaube die IWA-MS ist ein gutes
Sprungbrett für einen Bekanntheitszuwachs im US-Indy-Bereich.
Herzlichen Dank das du dir für uns Zeit genommen hast! Keine Ursache.
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