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Der "Mann fürs Grobe" ist Wrestler der wXw und seit 2004 aktiv. Tom kommt ursprünglich aus Dortmund und wrestlete schon im Stable (Freak Club ), aber auch mit "2Face" als "2 Violent" im Tag Team Bereich. Als Single Wrestler hingegen, gilt "Violent Tom" als einer der "Besten" der wXW Rookies...
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WF: Hallo Tom, schön dass Du Dir für uns Zeit genommen hast! TOM: Hi
WrestlingFever bzw Leser – kein Ding, let's go.
WF: Du giltst seit Deinem
Debüt im Jahre 2004 als Bester der wXw "Rookies". Ehrt dass? TOM: Ich gelte
als bester wXw Rookie? Ok, wenn du das so sagst, dann ehrt das schon
gewissermaßen. Aber ich denke man muss das doch realistisch sehen. Sehr viele
Rookies hat die wXw bisher noch nicht hervorgebracht, weil nicht alle Leute
immer konsequent am Ball geblieben sind und zum Teil auch nicht das nötige Glück
hatten. Ich denke es werden einige Talente aus dem Dojo kommen – das gab es ja
als ich angefangen habe noch nicht. Ich denke aber auch an Leute wie Chris
Ramirez oder 2 Face. Das sind ja auch noch die Leute die so aus der „alten wXw“
als Rookies geblieben sind. Mit Abstrichen auch Diego Latino und Marc
„Champagne“ Slater, aber bleiben wir bei den zuerst genannten und mir. Ich hatte
- und habe sicher immer noch – den Deathmatch-Bonus für den wXw Fan. Die Leute
wissen, dass HATE mich geprägt hat und dieser hat nunmal auch die wXw sehr
geprägt über die Jahre. Das sind alles so Dinge die mir sicher geholfen haben
und auch weiterhin noch helfen. Ich kann zwar nur für mich sprechen, aber ich
arbeite hart an meiner Entwicklung – ob man das merkt oder nicht - und ich
erwarte selbiges von Leuten wie Ramirez und 2 Face. Ich sehe mich daher auch
nicht als „besser“ oder ähnliches – wenn das der allgemeine Tenor ist: Gute
Sache! - Es ändert nix daran, dass wir uns alle weiterentwickeln müssen und die
Möglichkeit dies zu tun, haben wir durch das WestSide Dojo. Jetzt ist jeder
selbst gefragt und dann spielt sicher auch wieder Glück eine Rolle, aber wer
hart arbeitet, der wird bemerkt und seine Chance bekommen, davon bin ich
überzeugt.
WF: Du hast das Wrestling in der wXw Trainings School
erlernt. Wie verläuft das Training denn für einen "Rookie" so, wie hart wird man
rangenommen bzw. wie oft trainiert man im Schnitt pro Woche (wäre nett, wenn Du
dies genauer erklären könntest, weil einige das Wrestling als zu einfach sehen)?
TOM: Ok, das ist wirklich schwer zu verallgemeinern. Wenn man die ganze
Sache wirklich ernst nimmt – und das sollte jeder, der damit anfängt, insofern
ein unnötiger Satzbeginn – dann trainiert man so häufig wie möglich. Im Westside
Dojo ist momentan der Dienstag als Trainingstag festgelegt, darauf sollte sich
allerdings keiner beschränken. Ich erwarte nicht unbedingt von jedem ins
Fitnessstudio zu gehen, allerdings sollte man trotzdem jeden Tag ansich
arbeiten. Inwieweit das jeder tut, bleibt ihm prinzipiell selbst überlassen. Ich
gehe min. 2 mal in der Woche zum Krafttraining ins Fitnessstudio und je nach
Booking lege ich noch einen Trainingstag mit Herzkreislauftraining ein.
Zusätzlich gibt es Übungen die immer wieder wichtig sind und die man auch
zuhause betreiben kann oder vielleicht sogar muss. Wie hart man rangenommen
wird, hängt zu einem großen Teil auch vom Trainer ab. Ich bin der Überzeugung,
dass Schmerzen gerade in den ersten Stunden absolut dazu gehören um den Leuten
klarzumachen, dass wir da keine halben Sachen machen – man hat später im Ring
noch oft genug Schmerzen, auch wenn das vielen Fans heute gar nicht mehr klar zu
sein scheint...aber die Schmerzmittelabhängigkeit vieler Wrestler, gerade in den
Staaten, dürfte ein deutliches Indiz sein. Daher beginnt das Training für jeden
Neueinsteiger, wie auch für jeden Fortgeschrittenen erstmal mit einem
ausführlichen Aufwärmprogramm. Ich habe mal gehört, dass Aufwärmen nicht
sonderlich verletzungs prophylaktisch sein soll – völlig egal, wir trainieren im
Aufwärmtraining viele Dinge, die du einfach brauchst. Sei es Kondition, einzelne
Muskelpartien oder eben wirklich die Stärkung der Nackenmuskulatur. Viele denken
wirklich sie werfen sich gleich im ersten Training mit irgendwelchen Suplessen
oder vom Seil oder weiss der Teufel was. Eine ausführliche Behandlung der
Fallschule ist auch absolut notwendig. Es ist einfach so, dass du dir Sachen
einprägst und das solltest du richtig tun, weil du sie sonst immer falsch machen
wirst. Deswegen gibt es keine halben Sachen – du machst etwas so oft bis es
klappt, aber den Willen dazu musst du schon selber mitbringen. Das
Wrestlingbusiness braucht dich im Prinzip nicht, du musst zeigen, dass du ein
Teil davon sein willst.
WF: Du bist eigentlich relativ spät Wrestler geworden...
TOM: Findest du? Ich habe 2004 mein erstes Match bestritten. Da war ich 21.
Klar gibt es viele die mit 16, 17 schon dabei sind aber ich halte 21 nicht für
besonders spät. Zumal ich mein erstes Training fast zwei Jahre zuvor hatte, also
mit 19. Ist so eine Sache, aber ich denke nicht, dass ich spät dran war. Da gibt
es so einige, die später eingestiegen sind. Zumal ich die Euroszene recht spät
erst entdeckt habe – den Vorwurf lasse ich mir gefallen. Ich hätte sicher früher
angefangen, wenn ich früher damit in Kontakt gekommen wäre. Aber wer weiss wie
es dann gelaufen wäre? Hätte, wenn, wäre...
WF: Die Standartfrage ist
natürlich immer, wie Du zum Wrestling gekommen bist? TOM: Wrestling war mal
sehr populär in Deutschland. Ja liebe Kinder, so war es wirklich. Im Ernst. Es
war halt damals cool Wrestling zu schauen und im Gegensatz zu den
Mitläuferkindern, bin ich dabei geblieben, weil es für mich halt immer eine
Faszination hatte. 1991 war mein erster Wrestlingkontakt und dann ist es auch
nie wieder von mir gegangen das Ganze. Als ich dann von einer Bekannten
überredet wurde, mir auch mal europäisches Wrestling anzuschauen, habe ich das
mit großer Skepsis mal getan. Man lebt ja in so einer Welt, dass alles hier
vermutlich eh nur eine schlechte Kopie dessen ist, was man Jahre lang liebt. Ein
Vorurteil, dass leider auch heute bei vielen allgegenwärtig ist, aber ich kann
es halt auch nachvollziehen – gebt dem Ding eine Chance! Wie auch immer so
rutschte ich dann in die Euroszene. Interesse mehr als nur Zuschauer zu sein
(der Traum Wrestler zu sein, war ja zunächst nicht wirklich greifbar) führte zu
Training und letztlich zu meinem Job als Ringsprecher bei der wXw und auch bei
zwei Shows von Marc Landauers RoE in Österreich. Und weil ich immer
weitertrainiert habe, wurde dann aus dem Ringsprecher, der Wrestler.
WF:
Erzähl uns bitte etwas über die Entstehung des Charakters "Violent Tom". Wie kam
es dazu? TOM: Ok sehr strange Story eigentlich aber raus damit. Im Internet
benutzte ich den Nickname „Silent Tom“ was einfach eine Homage an Kevin Smith
bzw sein Alterego „Silent Bob“ war. Ich bin halt auch (wers glaubt wird selig,
wer Brot bäckt wird mehlig) schüchtern und so – es passte ganz gut. Als ich dann
Ringsprecher war, wurde ich nicht irgendwie weiter vorgestellt aber im Internet
wurde halt recht schnell klar, dass das dieser „Silent Tom“ ist. Welch
grandioser Name für einen Ringsprecher. So, nun hatte ich also diesen Namen bzw
hatte ich überhaupt einen Namen – zumindest unter wXw Fans. Warum also nicht
dort anknüpfen? Ich überlegte in viele Richtungen aber letztlich war „Violent
Tom“ dann doch der Name der 'ne gute Weiterentwicklung war. Ich halte
prinzipiell nicht unendlich viel davon, wenn sich ein deutscher Wrestler
unbedingt einen englischen oder amerikanisch klingenden Namen zulegt – letztlich
sind wir eben immer noch in Deutschland, aber so war es dann halt. Mit dem
Beinamen „Der Mann fürs Grobe“, der mittlerweile ja auch vielen ein Begriff ist,
habe ich dann doch den Bogen geschafft und mein Seelenheil gefunden oder so.
WF: Was bedeutet Dir die wXw? TOM: Die wXw bedeutet mir sehr viel.
Ich habe seit Back to the Roots keine wXw Show verpasst. Jetzt steht Back to the
Roots VI an – das ist schon ein ganz schöner Zeitabschnitt. Die wXw hat mir
unglaublich viel ermöglicht und ich habe unendlich viel gelernt bei der wXw und
allen „Familienmitgliedern“. Ich hatte die Möglichkeit tolle Menschen
kennenzulernen und wie gesagt die wXw ist einfach meine Heimat was Wrestling
angeht. Die Atmosphäre – sowohl bei den Shows, wie auch Backstage ist einfach
anders als woanders – es ist einfach ein unbeschreibliches Ding. Ich arbeite
gerne für jede Promotion auf dieser Welt, aber die wXw wird immer einen Platz in
meiner Blutpumpe haben.
Wer sind denn Deine Favoriten? TOM: Ich
denke die Frage ist jetzt auf Wrestler bezogen? Das wechselt eigentlich häufig.
Ich könnte niemanden besonders herausstellen denke ich. Ich gehe davon aus, dass
jeder „bei uns“ absolut wrestlingverrückt ist und dafür hart arbeitet. Alle
reissen sich den Hintern auf und alle lieben diesen Sport. Ich respektiere alle
und ich kann deswegen keine Favoriten nennen denke ich.
WF: Gegen welche
Legende würdest Du gerne ein Match bestreiten und warum? TOM: Vielleicht
wird das an dieser Stelle langweilig oder so für den einen oder anderen ABER
auch hier kann ich keinen Namen nennen. Grundsätzlich ist mir egal gegen wen ich
antrete, denn ich denke, ich lerne aus jedem Match und ich kann aus jedem Kampf
meine Schlüsse ziehen. Klar freue ich mich, wenn ich einen angesehenen Gegner
habe und es ist etwas besonderes gegen einen solchen anzutreten aber ich bin
eben auch davon überzeugt, dass mir jedes Match nutzen kann. Ich fänd es schon
interessant mit einigen Legenden einfach nur zu quatschen bzw ihnen einfach nur
zuzuhören, denn es gibt immer wieder tolle Geschichten, die erfahrene Leute dir
erzählen können. Wie gesagt einen Kandidaten für einen bestimmten Kampf kann ich
dir aber nicht nennen.
WF: Wer denkst Du hat die Euroszene denn
grösstenteils beeinflusst? TOM: Die heutige Szene, wie wir sie kennen ist
sicherlich sehr beeinflusst von wXw und GSW – also jetzt im deutschen Raum. Aber
gerade an Orten wie zB in Österreich oder auch Hannover sieht man, dass eben
auch die Tradition eine große Rolle spielt. Ich halte es für wichtig die
richtige Mischung zu finden, sich überall etwas herauszupicken aber gleichzeitig
nicht die eigene Tradition zu vernachlässigen. Allgemein kann ich die Frage aber
nicht wirklich beantworten, da ich glaube, dass viele Faktoren einen Einfluss
auf die hiesige Szene gehabt haben und auch immer noch haben. Wir reden hier
nicht nur von positiven, sondern auch von negativen Einflüssen, insofern
wirklich schwer zu beantworten.
WF: Die Shows der wXw und GSW finden
mehr Medieninteresse und auch immer mehr Fans! Denkst Du, dass es einen erneuten
Aufschwung diesbezüglich gibt, bzw. das Wrestling allgemein nochmal einen Run
wie in der 80ern erreichen könnte? TOM: „Sag niemals nie!“ klingt total
abgedroschen ist aber manchmal verdammt wahr. Ich sehe die Entwicklung nicht
ganz so spektakulär wie einige andere. Ich denke der richtige Weg ist
eingeschlagen, allerdings sehe ich uns nicht so weit wie es viele gerne hätten.
Ich denke ein Boom ist noch meilenweit entfernt. Die Promotions denen es möglich
geworden ist, mehr zu veranstalten bzw auch mehr Zuschauer zu ziehen, haben hart
gearbeitet und auch ein ganzes Stück an Professionalität zugelegt. Ob die Ernte
bis hierhin zufriedenstellend ist, musst du die jeweiligen Promoter fragen. Mit
einem richtigen „Run“ rechne ich jedenfalls in näherer Zukunft nicht. Vielleicht
mittelfristig, eher aber langfristig wenn die Entwicklung in die Richtung geht.
WF: Verfolgst Du denn auch die Mainstream Ligen wie TNA oder gar die
WWE? TOM: In letzter Zeit wieder, ja. In letzter Zeit habe ich verdammt viel
an Material und das wird sich dann auch in jeder freien Minute angeschaut. Beide
Produkte haben ihre positiven und negativen Seiten – ebenso ist es im von
sovielen so hochgelobten US-Indybereich oder auch in Japan. Wenn ich mich
unterhalten fühle ist alles ok.
WF: Nehmen wir an, Du stehst einmal in
einem Wrestlemania Main-Event. Du hast die Wahl, gegen wen Du antreten könntest
und bestimmst die Matchart... TOM: Wenn wir schon bei abgedroschenen Sprüchen
sind, machen wir doch gleich weiter auf der Spur. WrestleMania gilt (ob zurecht
oder zu unrecht lassen wir aussen vor) für viele als das Größte was man
erreichen kann, bzw der Mainevent der Show. Da es um eben dieses größte Match
geht, sollte mein Gegner – ebenso wie ich – absolut zurecht in diesem Kampf
stehen. Von daher wünsche ich mir für diesen weithergeholten Fall einen
talentierten Wrestler, der WWE und seinen Fans das bieten kann, was sie
erwarten. Die Matchart ist unwichtig – ich denke als Mutter aller Mainevents
sollte es ein reines Wrestlingmatch ohne jeglichen Schnickschnack sein. Also ein
Singles Match zwischen Violent Tom und einem talentierten Wrestler, der es
ebenso verdient hat in diesem Match wie es der Mann fürs Grobe hoffentlich zu
diesem Zeitpunkt hat.
WF: Welche Ziele hat sich "Violent Tom" denn für
die Zukunft in der wXw gesetzt? TOM: Der Mann fürs Grobe will ein regelmäßig
aktiver Teil der wXw sein und er will sich diesen Spot erarbeiten und verdienen.
Ich denke wenn man das erreicht hat, kann man sich über weitere Ziele Gedanken
machen. Verbesserung der eigenen Fähigkeiten mit der Folge eines festen Spots im
Mainroster muss also die Antwort lauten – und das tut sie auch.
WF: Es
gibt einige Länder, die Du im Zuge Deiner Karriere schon besuchen durftest!
Nennst Du uns mal paar? TOM: Ja, ich nenne dir gleich mal alle – es waren
jetzt nämlich nicht soviele, dass es dieses Interview sprengen würde...ganz im
Gegensatz zu anderen Leuten – aber ich arbeite daran, versprochen. Also:
Belgien, Niederlande, Frankreich, Schweiz, England.
WF: Wo würdest Du
gerne mal wrestlen? Gibt es Länder, die Du unbedingt besuchen willst? TOM:
Mir ist es eigentlich relativ egal wo ich wrestle. Das Ausland hat immer einen
gewissen Reiz aber letztendlich geht es mir um das Wrestling – meistens sieht
man ohnehin nicht sehr viel von dem Land in dem man antritt. Ich würde gerne in
den USA antreten. Nicht unbedingt wegen der Verbindung des Sports zu diesem
Land, sondern einfach weil ich bekennender Fan von vielen Punkten der dortigen
Lebensart bin. Und ich denke wenn man in den Staaten und man eben so begeistert
von diesem Land ist, dann wäre das Wrestlen dort eine interessante Sache. Zumal
das dort ja auch mehr oder weniger eine alltägliche Sache ist. Mich würde es
auch interessieren in Osteuropa anzutreten. Die Leute sind dort sehr
begeisterungsfähig – leider habe ich keine Ahnung inwiefern Wrestling in
Osteuropa vertreten ist und somit auch keine Kontakte in diese Richtung. Aber
wie gesagt, grundsätzlich trete ich überall gerne an.
WF: Welchen
Einfluss haben die Fans auf Dich, was bedeuten sie Dir? TOM: Das Publikum
vor Ort hat einen großen Einfluss auf mich. Ich denke aber auch, dass ich vor
unterschiedlichen Fans, anders reagiere. Ich denke wenn man meine wXw Auftritte
mit Auftritten in Dörfern vergleicht, sieht man schon einige Unteschiede. Ich
mag es, wenn Fans einfach Fans sind und sich von dem mitreissen lassen, was im
Ring passiert. Ich will keinen Fan, der erwartet, dass ich 12 Flic-Flacs springe
und wenn er es doch tut, dann will ich ihn so sehr „enttäuschen“, dass er mich
absolut hasst. Ein Publikum, dass sich mitreissen lässt ist einfach das beste
was dir passieren kann. Ich mag es nicht wirklich wenn „Spezialisten“ in der
Crowd sind und das Match analysieren. Wenn ich mir Matches anschaue lasse ich
mich auch mitreissen und komme nichtmal ansatzweise darauf etwas zu sagen wie
„Oh das hätte man aber anders machen müssen bla bla“. Ich weiss, dass es Leute
gibt, die sich einen Spaß daraus machen alles zu wissen oder zu denken sie
wüssten alles. Für mich Bullshit aber solange die Leute Eintritt zahlen auch
egal. Für die Stimmung unter den Fans und auch unter den Aktiven ist es
sicherlich besser, wenn der vermeintliche „Sachverstand“ ausgestellt wird und
man einfach eine gute Zeit hat.
WF: Würdest Du zu einer Mainstream Liga
wechseln oder bleibst Du lieber Eurowrestler? TOM: Mainstream bedeutet viele
Matches, viele Reisen, viele neue Dinge zu lernen. Das bedeutet Eurowrestler zu
sein sicherlich auch, aber ich denke nur die wenigsten würden ablehnen wenn eine
Mainstream-Liga winkt. Ich hätte kein schlechtes Gewissen wenn ich zu einer
Mainstreamliga wechseln könnte. Warum auch? Die Leute sollten aufhören den
Independent-Bereich heilig zu sprechen. Ich bleibe gerne „Eurowrestler“ und
versuche hier mit all den anderen Leuten etwas aufzubauen, ich bin aber auch
ehrlich genug zu sagen, dass ich mich dem Mainstream anschliessen würde, wenn
denn ein Angebot käme.
WF: Hat Gothik einen Einfluss auf Dich, bzw. Dein
Gimmik? TOM: Indirekt sicher. Wenn du lange Haare hast, einen Bart trägst
mit Lederhose und Ledermantel zum Ring kommst und dann auch noch Metalklänge aus
den Boxen kommen, dann ist da sicher ein Einfluss. Persönlich habe ich keine
direkte Verbindung zu dieser Szene. Ich kenne sicherlich die eine oder andere
Person die sich in diesen Kreisen bewegt aber ich selber habe damit recht wenig
am Hut. Meine Idee was mein Outfit angeht, ging auch nicht in die gothische Ecke
– mit ein bisschen mehr Nachdenken, hätte es mir wohl auffallen müssen aber was
solls. Ich habe mein Outfit eher nach (laien-)psychologischen Aspekten
ausgewählt. Da kommt dieser düstere Typ zu harten Gitarrenklängen zum Ring – das
hatte in meiner Idee etwas einschüchterndes. Das eine oder andere kleine Kind im
Publikum gab mir da auch recht... Ein anderer Nebeneffekt der mir in der für
mich eher negativen Form auch nicht bewusst war, ist, dass einige Zuschauer
gerne Vergleiche zum Undertaker ziehen. Ich verdrehe meine Augen nicht, ich hab
keine Orgel in der Einzugsmusik, ich trage keinen Hut usw – aber es ist wohl
dennoch was da, dass die Leute dazu verleitet den Namen immer wieder zu nennen.
Ich sehe auch oft die „Pommesgabel“ im Publikum wenn ich zum Ring komme...ist
die „Pommesgabel“ ein bekannter Begriff? Halt dieses typische
Heavymetal-Handzeichen. Es gibt Dinge über die man sich keine Gedanken macht
manchmal – dass man gründlicher Nachdenken sollte und vielleicht die eine oder
andere Meinung einholen sollte...das habe ich aus der ganzen Sache wohl gelernt.
WF: Dies bringt die Frage auf, welche Musik Du am hörst...
Tom: Ich höre eigentlich alles. Ok, wenn Diego Latino und der Catchdoktor
auf einer stundenlangen Fahrt unbedingt die Weihnachts-CD von Wolle Petry hören
wollen und auch mitsingen, dann habe selbst ich leichte Probleme aber man
überlebt das. Und was einen nicht umbringt, bringt einen auch nicht um. In
letzter Zeit beschäftige ich mich gerne mit deutschsprachigen Rap der meistens
auch noch aus der Hauptstadt kommt. Sexistische, Gewalt verherrlichende Texte –
wenn man das alles nicht zu ernst nimmt, kann man da viel Spaß mit haben. Ich
liebe es.
WF: Tom, wir danken Dir für dieses Interview... TOM: Ich
danke auch – sauber bleiben!
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